Erinnerung, Beheimatung und Gender
Orte sind Träger von Erinnerung. Sie bewahren persönliche Geschichten, prägen Identität und spiegeln gesellschaftliche Vorstellungen von Zugehörigkeit wider. In meinen Arbeiten untersuche ich, wie Heimat durch Landschaften, Wohnräume und familiäre Beziehungen entsteht und sich über Generationen verändert. Ein besonderer Fokus liegt auf weiblichen Lebensrealitäten: Mutter-Tochter-Beziehungen, Fürsorge, tradierte Rollenbilder und Fragen nach Selbstbestimmung bilden den Ausgangspunkt, um Beheimatung aus einer geschlechtersensiblen Perspektive zu betrachten. Fotografie und ethnografische Recherche verweben individuelle Erfahrungen mit kollektiven Erinnerungen und machen Orte als Archive gelebter Geschichten sichtbar.
Mensch::Ort::Heimat
Dieses künstlerische Forschungsprojekt setzt sich mit der Frage auseinander, was Heimat bedeutet. Es gliedert sich in mehrere Kapitel.
Im ersten Kapitel interviewe ich fünf verschiedene Familien zu ihren Lebensgeschichten und ihren Erfahrungen mit Heimat und Zugehörigkeit. Dieser Teil ist ethnografisch angelegt und arbeitet mit einer dokumentarischen fotografischen Bildsprache.
Im zweiten Kapitel befrage ich mich selbst: Wie fühlt es sich an, an einen Ort zurückzukehren, den ich bis zu meinem elften Lebensjahr Heimat nannte, bevor ich nach Portugal zog? Dieser autobiografische Teil verbindet Familienfotografien mit aktuellen Aufnahmen der Orte meiner Kindheit und verknüpft persönliche Erinnerungen mit der Gegenwart.
Die gesamte Arbeit mit Reflexionen, Fotografien, Bildern und Texten ist in meinem Zine Nr. 2 dokumentiert und kann über den Download-Button heruntergeladen werden.
FEM
Frauenrollen und gesellschaftliche Zuschreibungen
Wie entstehen Bilder von Weiblichkeit – und warum wirken sie bis heute fort? Meine Arbeiten hinterfragen tradierte Rollenbilder von Frauen und ihre Verankerung in gesellschaftlichen Strukturen.
Ausgangspunkt ist die Serie „Don't Put New Wine into Old Skins“, die während der Corona-Pandemie entstand. Vierzehn berufstätige Mütter dokumentierten zeitgleich ihren Alltag zwischen Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Haushalt. Die daraus entstandenen Fotomontagen in verlassenen Häusern thematisieren die Rückkehr traditioneller Care-Rollen und fragen, ob sich die Verteilung von Sorgearbeit tatsächlich verändert hat.
Diese Fragestellung führe ich in aktuellen Arbeiten weiter. Historische Werbespots der 1950er- und 1960er-Jahre treffen auf fotografische Selbstinszenierungen als Hausfrau und auf Angry Sketches. Gemeinsam hinterfragen sie stereotype Frauenbilder und eröffnen neue Perspektiven auf Care, Selbstbestimmung und weibliche Identität.





